Was lange währt, wird gut: Nach einem Jahr Planungs- und Genehmigungsdauer erfolgte Ende August 2011 der Bau der neuen Motocross-Strecke am Lausitzring. Bereits anderthalb Wochen später konnte der renommierte belgische Streckendesigner Freddy Verherstraeten gemeinsam mit seinem Team den Kurs, den er zuvor auf dem Reißbrett entworfen hatte, auch „in echt“ formen. Heute (14. Oktober 2011) konnte mit dem Richtfest bereits der nächste Schritt begangen werden.
Dafür wurde ein ganz besonderer Gast eingeladen: Der frischgebackene MX2-Weltmeister Ken Roczen taufte die neue Strecke gemeinsam mit Josef Meier, geschäftsführender Gesellschafter der EuroSpeedway Verwaltungs GmbH. Ab sofort wird der Kurs den Namen „Lausitzring Sonnenhäusel“ tragen und damit an die Motocross-Tradition erinnern. Einst stand hier die Motocross-Strecke „Klettwitz-Sonnenhäusel“, die planmäßig mit dem Lausitzring überbaut wurde.
Direkt im Anschluss drehte Ken Roczen die ersten beiden Runden auf der neuen Strecke. Weitere drei fuhr er mit über 30 begeisterten Motocross-Kids aus Brandenburg, Berlin und Sachsen im Schlepptau. Für die Nachwuchsfahrer im Alter zwischen sechs und 15 Jahren, ging damit ein absoluter Traum in Erfüllung. Ken fand nach diesem ersten Streckentest nur lobende Worte für den Kurs: „Das wird eine der besten Strecken in Deutschland“, verkündete er vor 1.900 Richtfestbesuchern. In den nächsten Monaten gilt es nun noch die verschiedenen Auflagen zu erfüllen – u.a. wird eine Lärmmessstation errichtet –, bevor die Strecke im kommenden Frühjahr offiziell eröffnet und befahren werden kann. Als Motocross-Test- und -Trainingsstätte soll sie dann den Vereinen der Region als neue Heimat dienen. Darüber hinaus sollen aber selbstverständlich auch Motocross-Veranstaltungen hier stattfinden.
Ein weiteres Highlight des Richtfests war die Freestyle-Show rund um das Team von Freestyle-Legende Sebastian „Busty“ Wolter. Seine beiden Fahrer, Kai Hasse und Dennis Garhammer, brachten die Besucher mit einer atemberaubenden Choreographie zum Jubeln.
Offroad-Tradition am Lausitzring
Der Enduro- und Offroad-Motorsport hat in der Region rund um den Lausitzring eine lange Tradition. So fand ab 1974 die legendäre Motorradgeländefahrt „Rund um die Braunkohle“ in der Gemeinde Schipkau statt. Am 14. Oktober 1990 – exakt 21 Jahre vor dem heutigen Richtfest der neuen Motocross-Strecke – wurde die Veranstaltung leider zum letzten Mal ausgetragen, wie sich ehemalige Mitwirkende erinnern. Auch das einzige Endurosport-Leistungszentrum der ehemaligen DDR auf dem Gebiet des heutigen Landes Brandenburg befand sich hier in der Region – zwischen Schipkau und Senftenberg. Nach der Wende wurde aus diesem für einige Zeit das „Enduroland Senftenberg“, für das mit dem Bau des Lausitzrings aber ebenso das Aus kam wie für die Motocross-Strecke „Klettwitz-Sonnenhäusel“. Sie wurde planmäßig mit dem Lausitzring überbaut, der Bau einer neuen Motocross-Strecke auf dem Areal der Rennstrecke wurde aber versprochen und war auch in den originalen Bebauungsplänen vorgesehen.
Diese verschwanden jedoch unter den vorherigen Betreibern in einer Schublade, ohne dass die Motocross-Strecke gebaut wurde. „Wir als EuroSpeedway Verwaltungs GmbH haben sie da nun wieder herausgeholt, da wir um die lange Tradition hier in der Region wissen“, so Josef Meier. „Wir wünschen uns nun, dass die Vereine und Teams der Region unser neues Angebot gut annehmen und wir gemeinsam diese Tradition weiterleben lassen können.“
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14.10.2011
„Das wird eine der besten Strecken in Deutschland“
MX2-Weltmeister Ken Roczen fährt erste Runden auf der neuen Motocross-Strecke „Lausitzring Sonnenhäusel“



